Herausforderungen in den Projektgebieten

Zusammen mit Haití teilt sich die Dominikanische Republik die Insel Hispaniola, die auf den großen Antillen zwischen dem Atlantik und der Karibik liegt. Der Staat zählt ca. 10,14 Millionen Einwohner, von denen 73 % Mulatten, 16 % Weiße und 11 % Schwarze sind. Ein Großteil der Bevölkerung stammt ursprünglich von afrikanischen Sklaven ab. Die Regierungsform ist eine Präsidialdemokratie. 68,9 % der Dominikaner sind Katholiken und nur 7 % ohne Konfession. In Deutschland ist die Dominikanische Republik hauptsächlich bekannt für traumhafte Strände und ihr tropisches Klima. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle des Staates. Das Land wird von knapp vier Millionen Menschen pro Jahr bereist. Die Touristen stammen überwiegend aus den USA und Kanada, aus europäischen Ländern wie Deutschland, Schweiz und Italien, aber auch aus dem südamerikanischen Kontinent, z.B. Chile, Brasilien und Argentinien. Besonders im Osten, um Punta Cana, und im Norden, um Puerto Plata, finden sich das ganze Jahr über viele Touristen ein. Oft sehen diese Touristen von ihren Resorts aus nur die schöne Landschaft. Das Land hat seit Langem im Bereich der Korruption, Bildung, Gesundheit und Einhaltung der Menschenrechte mit vielen Problemen zu kämpfen.

Wohnsituation

Viele Menschen ziehen auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Stadt, um dort ihre Lebenssituation zu verbessern. Aufgrund mangelnden Wohnraums und der schlechten finanziellen Situation der Arbeitssuchenden müssen sie oft auf sehr enge und heruntergekommene Unterkünfte in Slums ausweichen. Diese finden sich zum großen Teil in der Nähe von Gewässern, die in den meisten Fällen durch Müll und Industrieabfälle verdreckt sind. Das bedeutet ein generelles Gesundheitsrisiko, da Krankheiten wie Cholera leicht übertragen werden können. Während der Regenzeit steigt der Fluss teilweise so hoch an, dass es in einigen Gebieten zu starken Überschwemmungen kommt. Oft hat dies für viele Bewohner der Slums den Verlust ihres Wohnraums zur Folge, welcher nach der Überflutung meistens ein paar Meter weiter wieder aufzubauen versucht wird.

Gesundheit

Da die Müllentsorgung in diesen Sektoren praktisch nicht existiert, bilden sich in Joghurtbechern, Kanistern und Dosen durch das feuchte Klima kleine Gewässer, in denen tagaktive, aggressive Stechmücken ihre Eier ablegen. Die Stechmücken sind die bedeutendsten Überträger für Gelbfieber- und Dengueviren, die im Falle mangelnder ärztlicher Versorgung zum Tod führen können (Quelle: http://www.biologie.uni-regensburg.de/Zoologie/Geier/stechmuecken-krankheiten.html). Auch der Handel und Konsum illegaler Drogen in den Slums von San Cristóbal sowie unzureichende sexuelle Aufklärung stellen gravierende Probleme dar. Im Durchschnitt werden von 1000 Frauen zwischen 15 und 19 Jahren 101,4 Kinder geboren (Quelle: http://www.factfish.com/de/katalog). Damit steht die Dominikanische Republik auf Platz 26 der Weltrangliste der Schwangerschaften bei Jugendlichen.

Sexuelle Ausbeutung und Traumatisierung der Kinder ist hier nicht selten. In der Dominikanischen Republik sollen es 60.000 Mädchen von 7 bis 18 Jahren sein, die in der Prostitution und für Pornographie ausgebeutet werden (Quelle: http://www.strassenkinderreport.de/index.php?goto=287). Auch familiäre Gewalt gegen Frauen ist sehr hoch. Laut Auswärtigem Amt wurden im Jahre 2012 196 Feminizide in der Dominikanischen Republik begangen. Von 2005 bis 2012 gab es 1582 registrierte gewaltsame Todesfälle von Frauen.

Bildung

Die öffentlichen Schulen sind meist schlecht ausgestattet, überfüllt und nicht ausreichend vom Staat unterstützt. Aufgrund des geringen Einkommens vieler Familien werden die Kinder anstatt zur Schule auf die Straße zum Arbeiten geschickt, wo sie häufig als Schuhputzer oder Obstverkäufer arbeiten, um ihre Familie finanziell zu unterstützten. Des Weiteren haben die Kinder oft wenig Personen, die ihnen bei ihren Hausaufgaben helfen können oder die für sie Vertrauenspersonen darstellen. In vielen Fällen können ihre Eltern weder lesen noch schreiben, die Analphabetenquote in der Dominikanischen Republik lag 2007 nach der Oficina Nacional de Estadistica bei 15% (Vgl. Deutschland 0,7%, Deutsches Statisches Bundesamt).

Fundación FUNDEBMUNI, Calle Padre Ayala 28, Centro San Cristóbal, República Dominicana