Entstehungsgeschichte

Erste Schritte

Die Situation der Kinder, die täglich auf der Straße arbeiten, brachte eine Gruppe junger dominikanischer Bürger dazu, erste Aktionen in Eigeninitiative durchzuführen. Diese sollten darauf abzielen, den Menschen das Schicksal der Kinder vor Augen zu führen

Sie wollten etwas aufbauen, was den Kindern mehr Bildung, Ernährung und allgemeine Unterstützung bieten würde. Somit begannen sie, mit Hilfe von Jugendlichen der katholischen Kirche San Cristóbals auf der Straße arbeitende Kinder zu motivieren, an kleinen Treffen im Stadtpark teilzunehmen. Da die ehrenamtliche Gruppe nicht über finanzielle Mittel verfügte, gingen sie von Tür zu Tür und baten Firmen und Privatpersonen um finanzielle Unterstützung. Davon konnten für die Kinder zunächst kleine Mahlzeiten finanziert werden. Sie wurden außerdem mit Gesundheitskursen, Medikamenten, Spielzeug und Kleidung versorgt.

Auch Frauen wurden mit ärztlicher Hilfe und Kursen zu verschiedenen Themen wie Hygiene, Gesundheit, Umweltschutz, Selbstbewusstsein etc. in die Arbeit FUNDEBMUNIS miteinbezogen. Schon früh wurde diese Arbeit auch in verschiedenen Ortschaften (den "campos") nahe der Stadt San Cristóbal angeboten.

Die Arbeit FUNDEBMUNIS wurde von den Menschen sehr geschätzt. Am 27. März 1997 wurde unsere NGO FUNDEBMUNI offiziell gegründet. In diesem Zusammenhang mieteten wir einen kleinen Raum, in dem unsere Arbeit fortgesetzt werden konnte.

Dabei stand immer ein Ziel im Vordergrund: die Kinder von der Straße zu holen, ihnen einen Zufluchtsort und Vertrauenspersonen zu geben und gleichzeitig Frauen und Müttern eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen.

Entwicklung FUNDEBMUNIS

Ab dem Jahre 2006 dehnte sich unsere Arbeit in weitere Provinzen der Dominikanischen Republik aus, die mit ähnlichen Problematiken wie in San Cristóbal konfrontiert sind.

Begonnen wurde 2006 mit Azua, der Provinz des Landes mit der höchsten Rate an Kinderarbeit und Schwangerschaften bei Jugendlichen. Hier wurde ein Hausaufgabenhilfe-Projekt und ein Kindergarten angeboten, während für die Frauen der Region ein ganz besonderes Projekt aufgebaut wurde: eine Bäckerei, in der die Frauengruppen gemeinsam arbeiten und ihr selbstproduziertes Brot verkaufen konnten.

Ab 2010 gab es FUNDEBMUNI auch in San Juan de la Maguana und ab 2011 in Elías Piña an der haitianischen Grenze. Dort gingen wir nach dem gleichen Grundkonzept wie in den anderen Zentren vor.

Gleichzeitig konnte in San Cristóbal zur dieser Zeit ein Haus für den Hauptsitz, die Verwaltung aller Zentren und Aktivitäten erworben werden.

Finanzierung bis 2013

Anfangs wurde FUNDEBMUNI mit einem kleinen Beitrag monatlich vom dominikanischen Staat unterstützt. Dafür führten wir auch Projekte in Kooperation mit staatlichen Einrichtungen durch (zB. Programm gegen AIDS). Später bekam FUNDEBMUNI Unterstützung von der spanischen NGO Paideia, die 1986 in Madrid gegründet wurde und seit 2004 mit uns zusammenarbeitete. Paideia setzt sich für die Einhaltung der Rechte von Minderjährigen, die Verbesserung der Lebensqualität der Familien, die Abschaffung von Kinderarbeit, die Vorbeugung von Risikosituationen und sozialen Nachteil eines Kollektivs von Verwundbaren ein. Außerdem gab es eine Kooperation mit der Agencia Española de Cooperación Internacional para el Desarollo (die spanische Agentur der internationalen Zusammenarbeit für die Entwicklung (AECID)). AECID wurde 1988 gegründet, um gegen Armut anzukämpfen und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Im Mittelpunkt stehen die Menschenrechte (Quelle: www.asociacionpaideia.org/sedes.html

Aktuelle Situation

Die finanzielle Unterstützung, die die Dominikanische Republik von der AECID bis 2013 erhalten hat, wurde aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien stark reduziert. Während die Dominikanische Republik im Jahr 2011 noch mit 42 Millionen Euro unterstützt wurde, bekommt sie im Jahr 2014 nur noch 1,8 Millionen Euro. Für uns bedeutete dies das Ende der Zusammenarbeit und der finanziellen Unterstützung mit der Cooperación Española. Aus diesen Gründen mussten wir im April 2014 aus unserem Hauptgebäude in ein kleineres Zentrum umziehen, das leider keinen Aussenbereich mehr hat. Unsere Mangobäume und Noni, unseren Hund, vermissen wir.  Einige Kinder müssen nun einen weiteren Weg auf sich nehmen, um unser neues Zuhause zu erreichen. Auf Grund der prekären finanziellen Lage wird FUNDEBMUNI momentan durch die Bereitschaft zahlreicher freiwilliger Mitarbeiter weitergeführt. Derzeit besteht unser Team aus wenigen festangestellten und zahlreichen freiwilligen Mitarbeitern, denen die Erhaltung der fundación und die Entwicklung der Kinder besonders am Herzen liegen. Seit 2009 werden wir jedes Jahr von zwei deutschen Freiwilligen, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entsandt werden, unterstützt. Bis zum Jahre 2013 übernahm die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit  (GIZ) die Entsendung und Betreuung der Freiwilligen dieses Projekts. 2013 wurde diese Aufgabe an den Kolping Jugendgemeinschaftsdienst (JGD) übergeben. An Kursen können wir den Kindern im Hauptzentrum momentan noch Hausaufgabenhilfe, Kunst, Englisch, Informatik und Pantomime anbieten, wobei ein Großteil davon auf dem Engagement von Freiwilligen beruht. An zwei weiteren Standorten in San Cristóbal wird Hausaufgabenhilfe angeboten, in einem dritten befindet sich ein Kindergarten. In jedem Zentrum unserer Fundación, das Hausaufgabenhilfe für Kinder und Jugendliche anbietet, finden nach wie vor zweimal pro Woche die zuvor dargelegten Hausbesuche statt.

Bedauerlicherweise kann aktuell nur noch in einem Stadtteilzentrum ein Konditoreikurs für Frauen angeboten werden. In den ländlichen Gebieten der Provinz San Cristóbal bemühen wir uns weiterhin, Frauengruppen zu unterstützen, jedoch sind diese momentan weitgehend ihrer eigenen Initiative überlassen. Den Kontakt und die Vertrauensbasis versuchen wir durch Besuche und Treffen so oft es geht zu halten. Die Standorte in Azua, Elias Piña und San Juan bleiben auf Weiteres erhalten.

Fundación FUNDEBMUNI, Calle Padre Ayala 28, Centro San Cristóbal, República Dominicana